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Mittwoch, 03. März 2021 11:17

Hitler-Vergleich

Amazon ändert schon wieder das App-Icon

Weil das neue Logo des Online-Händlers Amazon einige an den deutschen Diktator Adolf Hitler erinnert hatte, wurde das App-Symbol abermals von Amazon überarbeitet.

Ein Pfeil von links nach rechts und ein blaues, gezacktes Band auf braunem Hintergrund. So sieht das Logo der Amazon-App für Smartphones neu aus. Der Online-Händler hat das Icon im Januar 2021 vorgestellt. Das Logo soll eine Amazon-Kartonschachtel darstellen.

«Wir haben das Icon entworfen, um Vorfreude und Aufregung zu wecken, wenn Kunden ihre Einkaufsreise auf ihrem Handy beginnen, genauso wie sie es tun, wenn sie unsere Schachteln vor ihrer Haustür sehen», heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung. Doch das neue Logo weckte bei einigen ganz andere Assoziationen.

Bye-bye, Einkaufswagen

Das blaue, gezackte Band erinnert nämlich ein wenig an einen sogenannten Zahnbürstenbart. Diesen Barttyp hatte ursprünglich der Komiker Charlie Chaplin in den frühen 1900er-Jahren populär gemacht. Bekanntester Träger bleibt bis heute aber der Nazi-Diktator Adolf Hitler.

Die erneute Änderung des Logos blieb nicht lange unbemerkt. «Ich habe bis jetzt völlig verpasst, dass Amazon im Stillen sein Icon überarbeitet hat, damit es weniger wie Hitler aussieht», schreibt Alex Hern, Tech-Journalist beim Guardian auf Twitter. Der Online-Händler kommentierte nicht, wieso das App-Icon abermals geändert wurde. Es war die erste Änderung des Logos in fünf Jahren. Bisher zeigte die Handy-App einen Einkaufswagen samt Amazon-Schriftzug.

«Teil unseres Alltags»

Dass neue Firmenlogos für Diskussionen sorgen, ist keine Seltenheit. So gab es etwa Sticheleien, als Facebook die Logos von Whatsapp und Instagram änderte und den Schriftzug «by FACEBOOK» hinzufügte. Widerstand gab es auch, nachdem Google das Symbol für den Kartendienst Maps geändert hatte. Einige forderten darauf die Rückkehr des alten Logos. «Diese Logos sind Teil unseres Alltags», sagt Jesse Reed vom Designbüro Order zur Washington Post. Das gelte heute mehr denn je, da sich viele auf die Geräte verlassen, um Kontakte zu knüpfen oder um sich während der Coronavirus-Pandemie abzulenken, erklärt Reed.

«Unsere Daumen sind mit dem Instagram-Logo verbunden, oder die Finger sind mit dem Klicken und Bestellen von Dingen auf Amazon verknüpft», so Reed. «Wir haben fast eine emotionale Bindung zu diesen Marken und wenn sie sich ändern, ist es, als würde sich ein Teil unseres Lebens ändern», erklärt der Experte.

(L'essentiel/Tobias Bolzern)

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