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Montag, 04. Oktober 2021 17:23

Schock bei Fashion Week

«Damit wird Suizid in der Mode romantisiert»

Givenchy zeigt in seiner Präsentation für den Frühling 2022 einen Galgen als Accessoire. Und tritt damit einen Shitstorm los.

Diese Woche präsentieren an der Paris Fashion Week verschiedene Designerinnen und Designer ihre Frühlings- und Sommerkollektionen. Aktuell sorgt Givenchy für Gesprächsstoff. Das französische Modehaus zeigt in seiner Präsentation für den Frühling 2022 eine Kette, die aussieht wie ein Galgen.

Schon Burberry musste sich entschuldigen

Givenchy ist nicht das erste Modehaus, das einen Entwurf in diese Richtung zeigt: Schon 2019 musste sich Burberry entschuldigen, weil der Brand einen Pullover zeigte, dessen Bändel an einen Galgen erinnern sollte. Der Mode-Watchblog «Diet Prada» schreibt: «Man würde meinen, die Modeindustrie hätte nach dem ganzen Burberry-Galgen-Debakel gelernt, dass man keine Teile, die an Galgen erinnern, um die Hälse von Models hängt.»

«Wie konnten das vor dieser Show verschiedene Leute gutheißen und denken, das sei okay?», fragt sich eine Userin auf Instagram. Ein User schreibt: «Sie tun das nur, weil News-Seiten darüber schreiben. Keine Ahnung, wieso wir diese Strategie nicht schon alle längst durchschaut haben.»

«Damit wird Suizid in der Mode romantisiert. Diese Kette wurde bestimmt nicht kreiert, um Menschen auf das Thema zu sensibilisieren», ist sich eine Kommentatorin auf Instagram sicher.

Auch auf Twitter können die meisten der Kette nichts abgewinnen: «Givenchy, nein. Burberry hat das schon einmal in 2019 vermasselt und es ist vor allem aktuell nicht die beste Idee, einen Galgen als Motiv zu verwenden.» Damit könnte die Twitter-Nutzerin etwa auf die Hinrichtungen der Taliban anspielen, die sich in Afghanistan ereignet haben.

«Nur ein Kabel»

Derweil sehen andere keinen Grund für einen Shitstorm. Eine Nutzerin kommentiert unter dem Post: «Kunst soll Reaktionen provozieren. Ihr alle seid so empfindlich, wenn es einmal darum geht, Grenzen zu verschieben.» Bei manchen kommt der Entwurf auch durchwegs positiv an: «Ich mag es. Es ist ja nicht ihre Absicht, jemandem damit weh zu tun. Es ist nur ein Kabel.»

(L'essentiel/Johanna Senn)

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