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Julie Gangolf hofft, im März wieder im Cockpit sitzen zu können.

Montag, 08. Februar 2021 09:04

Julie Gangolf

Luxemburger Pilotin (26) will zurück ins Cockpit

LUXEMBURG – Julie Gangolf hat eigentlich einen himmlischen Job: Sie ist Pilotin. Doch nicht erst seit Corona bringt der einstige Traumberuf viele Ungewissheiten mit sich.

Eigentlich wollte Julie Gangolf immer Medizin studieren, bis sie als Teenager beim Tag der offenen Tür auf dem Findel ihre wahre Berufung für sich entdeckte: das Fliegen. Vor drei Jahren verwirklichte sich der Traum der jungen Luxemburgerin, als sie bei einer internationalen Airline anheuern konnte.

Doch schnell musste sie erleben, dass der einst so glamouröse und sichere Job in der aktuellen Situation auch viele Ungewissheiten mit sich bringt. 2019 wurde ihre Vollzeitstelle auf 75 Prozent reduziert: auf neun Monate fliegen sollten drei Monate am Boden folgen. Sollten. «Im März bin ich zu meiner Base nach England geflogen, um gleich wieder heimkehren zu müssen», erzählt die 26-Jährige im Gespräch mit L'essentiel. Corona. Alle Flüge storniert. Wann es weiter geht? Ungewiss.

«Niemand weiß, wie es weitergeht.»

Erst im Juli konnte sie wieder ein Cockpit betreten, bevor schon im November wieder die vertragsbedingte Pause und der Wiedereinzug bei der Familie im Süden Luxemburgs anstand. Zwar genießt Julie die Zeit mit ihren Schwestern, doch der Job fehlt. «Eigentlich soll ich auch jetzt im März wieder anfangen, doch viele Länder sind wieder im Lockdown. Derzeit weiß noch niemand wirklich, wie es weitergeht.»

Werden die Reisebeschränkungen nicht gelockert, steht Julie vor dem nächsten Problem. Das Flugsimulator-Training, um ihre Lizenz zu verlängern, steht bald wieder an. «Da muss ich ja auch irgendwie hinkommen», erzählt die Luxemburgerin weiter. Ihr letztes Training habe sie glücklicherweise in Holland absolvieren können. Dass das wieder klappt – ungewiss.

«Das macht schon Angst»

«Du fängst nach so langer Zeit ohne Flug eigentlich immer wieder von vorne an.» Man müsse wieder ins Training, in den Simulator und Bücher immer und immer wieder wälzen. «Und wenn man dann wieder alles verinnerlicht hat, kommen die nächsten Lockdowns», schildert die ehemalige Fieldgen-Schülerin die frustrierende Situation.

Über Gruppenchats steht Julie mit ihren Kollegen in Kontakt. Jede Ankündigung härterer Corona-Maßnahmen und weiterer Lockdowns steigern Frust und Verzweiflung der Piloten. «Vor allem sehen wir ja auch, dass viele Fluggesellschaften bereits Stellen gestrichen haben. Das macht schon Angst», gesteht Julie, auch wenn sie sich zuversichtlich gibt. Sie und die Kollegen hoffen auf die Corona-Impfungen und Lockerungen im Sommer. Ob es so kommt? Ungewiss.

(Liz Mikos/L'essentiel)

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