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Donnerstag, 15. Juli 2021 10:03

Schäden im Grund

«Alle sind in den ersten Stock geflüchtet»

LUXEMBURG – Die Grund-Bewohner blicken am Donnerstagmorgen nach dem verheerenden Unwetter zum ersten Mal bei Tageslicht auf die entstandenen Schäden.

Die Unterstadt erwachte an diesem Donnerstagmorgen aus einem wahren Albtraum. Machtlos. «Wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen», sagte die Künstlerin Florence Hoffmann den Tränen nahe. Ihr Keller mit eingelagerten Kunstwerken und diversen Geräten stand zu diesem Zeitpunkt noch unter Wasser. Als sich die Alzette in der Morgendämmerung ein wenig zurückzog, hinterließ sie Spuren der Zerstörung und eine dicke Sandschicht auf den Straßen. «Ich hatte etwa 15 Zentimeter im Erdgeschoss», erzählt der Vater der Künstlerin, der noch im Pyjama mit ersten Aufräumarbeiten beginnt. «Das Wasser kam so schnell herein, dass es keinen Sinn hatte, es herauszuholen. Alle gaben auf und flüchteten in den ersten Stock.»

Ein Stück weiter in der Rue Munster versuchte Christophe Daudigny aufzuräumen: «Ich kam gestern gegen 23 Uhr nach Hause und statt der Straße war da der Fluss. Wir hatten Angst, dass es noch viel mehr steigen würde. Es ist überflutet, aber es hätte schlimmer sein können. Das Wasser lief in Strömen. Es war sehr beeindruckend.» Dennoch habe er «selten so viel Angst» gehabt, dass das Wasser weiter steigen würde. «Am Ende schlief ich gegen 3 oder 4 Uhr ein, und um 7 Uhr war das Wasser weg», so Dandigny. «Ich hoffe, dass es am Nachmittag nicht mehr regnet».

«Leute, die seit 30 Jahren in der Gegend leben, haben so etwas noch nie gesehen», berichtete François Dickens von der Bar Fine and Wine. «Sie wachen mit einem Kater auf, ohne gefeiert zu haben. Schauen Sie sich die Katastrophe an, es sieht aus wie das Ende der Welt, oder etwas, das dem nahe kommt. Wir räumen auf und versuchen, in den Keller zu kommen, der komplett überflutet ist. Wir haben keinen Strom, um die Pumpen zu betreiben, also ist es ein großes Chaos. Wir müssen vorbereitet sein, denn mit der globalen Erwärmung wird diese Art von Scheiße immer öfter passieren.» Das Kamakura-Restaurant und andere in der Nachbarschaft waren ebenfalls stark betroffen.

(nc/L'essentiel)

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