LUXEMBURG – Im Gesundheitssystem wird seit zwei Monaten in einer Ausnahmesituation gearbeitet. Ein neuer Arbeitsablauf ist da, aber es fehlt immer noch an Personal.
Das Personal und die Verwaltung der Krankenhäuser Luxemburgs haben die Herausforderungen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte, bisher gemeistert. Das gilt auch für die Robert-Schuman-Krankenhäuser (HRS), wo sich Premierminister Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert am Donnerstagmorgen einen Überblick verschafft haben. Sie besichtigten fast zwei Stunden lang die verschiedenen Abteilungen um sich ein genaues Bild machen zu können. Der Regierungschef, der eine Stoffmaske über Mund und Nase trug, dankte anschließend dem Pflegepersonal.
«Wir haben unsere internen Abläufe Anfang März umgestellt. Das Krankenhaus wurde am 12. März für Besucher geschlossen», sagt Claude Schummer, Generaldirektor der HRS. Alle Abteilungen wurden zweigeteilt, um die Covid-19-Patienten von den anderen zu trennen. Vor allem die ersten beiden Märzwochen seien «schwierig gewesen, weil es noch an Schutzausrüstung fehlte». Mittlerweile sind Masken, Handschuhe und weiteres Material angekommen.
Rückkehr zu «einer Form der Normalität»
Das Personal arbeitet in neu organisierten Teams, da einige Abteilungen verstärkt werden mussten. Schummer klagt jedoch weiterhin über einen Personalmangel: «Wir brauchen noch immer neue Arbeitskräfte, weil der Aufwand derzeit sehr hoch ist. Viele unserer Mitarbeiter sind erschöpft.» Paulette Lenert lobte die Schnelligkeit mit der sich die Kliniken auf die neue Situation eingestellt haben und erinnerte an die zahlreichen Freiwilligen und die ehemaligen Angestellten aus der Gesundheitsbranche, die sich nun dem Kampf gegen das Coronavirus in den Krankenhäusern angeschlossen haben. Laut Xavier Bettel hat die Politik «alles getan, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden».
Wie im CHL wurden auch nahe der Robert-Schuman-Krankenhäuser Zelte aufgeschlagen. Dort werden die Patienten seit mehreren Wochen den unterschiedlichen Abteilungen zugewiesen. Intensivbetten wurden in Bereichen aufgestellt, die normalerweise anders genutzt werden, ein Aufwachraum wurde in einen Reanimationsraum umgewandelt.
«Außerdem haben wir wieder die Kapazitäten für Nicht Covid-Patienten erhöht. Wir können uns relativ schnell an die Bedürfnisse anpassen», erklärt der Anästhesist Philippe Welter. Die Verwaltung der HRS hält es nun für entscheidend, «zu einer Form der Normalität zurückzukehren. Wir müssen unser Augenmerk wieder verstärkt auf Nicht-Covid-Patienten legen. Hier gibt es Nachholbedarf.»
(Joseph Gaulier/L'essentiel)
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