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Am Testzentrum an der Goldenen Bremm zwischen Frankreich und dem Saarland stehen die Grenzgänger Schlange. (Bild: AFP)

Mittwoch, 03. März 2021 09:03

Deutsche Einreiseregeln

Luxemburg-Pendler aus Moselle brauchen Geduld

LUXEMBURG – Die neuen Einreiseregelungen Deutschlands stellen Grenzgänger aus Ost-Moselle, die nach Luxemburg wollen, auf eine harte Probe.

Saargemünd, Forbach oder Saint-Avold: Wer hier oder in der Umgebung wohnt und täglich zur Arbeit nach Luxemburg pendelt, hat seit Dienstag eine wahre Odyssee vor sich. Deutschland hat das Département Moselle zum Virusvariantengebiet erklärt und verlangt von allen von dort Einreisenden einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. So auch von denjenigen, die durch das Saargebiet ins Großherzogtum wollen.

Um ihre Route nicht ändern zu müssen, müssen sie sich am Testzentrum an der Goldenen Bremm anstellen, wo Hochbetrieb herrscht. Für manche zu viel. Alex beispielsweise, der hinter der französischen Grenze in der Nähe von Saarbrücken lebt und seit zwölf Jahren ins Großherzogtum pendelt, hat am ersten Tag schon genug. «Ich werde die Tests nur machen, um meine Familie in Deutschland zu besuchen.» Statt sich anzustellen fahre er zur Arbeit lieber einen Umweg. Normalerweise führe Alex' Strecke etwa 270 Kilometer über Saarbrücken und Perl und zurück, wofür er zwei Stunden einplane. «Jetzt muss ich über Metz und Thionville fahren. Das macht 104 Kilometer zusätzlich, von den Kosten ganz zu schweigen.» Mit dieser Entscheidung sei er nicht alleine, führt er fort. «Ich habe mit anderen gesprochen, die sich sogar von der Arbeit freistellen lassen. Die Belastung ist einfach zu groß.»

Wie die Präfektur Moselle mitteilt, gibt es von deutscher Behördenseite keine Ausnahmen für Grenzgänger, die das Saarland durchqueren wollen. «Die Besonderheiten der Region werden nicht berücksichtigt», beklagt deshalb das Comité de Défense des Travailleurs Frontaliers de la Moselle mit Sitz in Saargemünd. Dass Grenzgänger, egal ob mit dem Auto oder Zug, nun aufwendige Umwege in Kauf nehmen müssen, hält Comité-Präsident Arsène Schmitt für eine «Katastrophe».

(mei/nm/L'essentiel/)

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