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Montag, 11. Oktober 2021 12:16

Brasilianischer Präsident

Ungeimpfter Bolsonaro darf nicht ins Stadion

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wurde nach eigenen Angaben daran gehindert, einem Fußballspiel beizuwohnen. Grund dafür sei sein Impfstatus gewesen.

Der ungeimpfte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist nach eigenen Angaben aufgrund von Corona-Beschränkungen am Besuch eines Fußballspiels gehindert worden. Er habe in der Stadt Santos ein Meisterschaftsspiel besuchen wollen, habe dies aber wegen seines Impfstatus unterlassen, sagte Bolsonaro am Sonntag. «Warum ein Impf-Pass? Ich wollte jetzt Santos sehen und sie sagten, ich müsste geimpft sein. Wieso sollte das so sein?», sagte Bolsonaro vor Journalistinnen und Journalisten nahe Santos.

Santos teilte mit, Bolsonaro habe nicht darum gebeten, dem Spiel beizuwohnen, in dem Santos Gremio mit 1:0 schlug. Die Behörden haben den Fußballklubs erlaubt, die Stadien bei Meisterschaftsspielen bis zu 30 Prozent ihrer Kapazität zu füllen. Die Regeln sehen vor, dass alle Zuschauerinnen und Zuschauer geimpft und auf das Coronavirus getestet sind.

Brasilien wurde von der Pandemie schwer getroffen

Der brasilianische Senat untersucht derzeit den Umgang Bolsonaros mit der Pandemie. Nach Daten des Gesundheitsministeriums sind in dem Land mehr als 600.000 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben.

Der Rechtspopulist Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen abgelehnt. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel und hat mehrmals betont, dass er selbst noch nicht gegen Corona geimpft sei. Nach den Vereinigten Staaten und Indien verzeichnet das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Infektionen.

Demos gegen die Corona-Politik von Bolsonaro

Mehrmals demonstrierten in den vergangenen Monaten Zehntausende gegen Bolsonaro. Die Demonstrierenden trugen Plakate und Banner mit Aufschriften wie «Bolsonaro raus» und «Bolsonaro Völkermörder». Sie bezeichneten den Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Arthur Lira, als «Komplizen». Dieser kann einen der Dutzenden Anträge annehmen und ein Amtsenthebungsverfahren gegen Bolsonaro eröffnen, gilt jedoch als dessen Verbündeter.

Anfang Oktober wurden am Strand der Copacabana in Rio de Janeiro – organisiert von der Nichtregierungsorganisation «Rio de Paz» – für die Corona-Opfer symbolisch 600 weiße Tücher aufgehängt.

(L'essentiel/dpa/job)

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