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Mittwoch, 03. März 2021 17:17

Nasa-Technologie

Mars-Rover läuft mit 20 Jahre altem Apple-Prozessor

Erinnerst du dich noch an die klobigen, bunten iMacs aus dem Jahr 1998? Sie liefen mit demselben Prozessor, der nun auf dem Mars gelandet ist.

Vor fast zwei Wochen ist der Nasa-Rover Perseverance erfolgreich auf dem Roten Planeten gelandet. Mit dabei hat er eine ganze Menge an Technologie, die nach neuestem Stand der Wissenschaft arbeitet. Wie nun bekannt wurde, sind aber nicht ganz alle Teile des Rovers mit modernster Technik ausgestattet.

Wie Gizmodo.com berichtet, ist in Perseverance der Prozessor PowerPC 750 eingebaut. Wem dieser Name bekannt vorkommt, muss vielleicht tief in seinen Erinnerungen graben. Denn dieser Prozessor wurde bereits in den iMac-Computern von Apple benutzt – im Jahr 1998.

Mehr Ausdauer

Konkret kam der Prozessor beim iMac G3 zum Einsatz. Das waren die klobigen, bunten Computer, die um die Jahrtausendwende von Apple angeboten wurden. Der PowerPC 750 ist ein Single-Core 233 MHz-Prozessor. Im Vergleich: Moderne Chips erreichen rund 5 GHz.

Tatsächlich gibt es aber einige Unterschiede zwischen dem Prozessor, der im Apple-Computer eingebaut war und jenem, den der Perseverance-Rover im Einsatz hat. Zum einen musste sichergestellt werden, dass er der erhöhten Strahlung auf dem Roten Planeten standhalten kann. Außerdem ist der neue Prozessor Temperaturen von -55 Grad bis 125 Grad Celsius ausgesetzt. Das bedeutet für elektronische Geräte eine enorme Belastung.

Dass diese Neuerungen nicht günstig sind, ist selbstverständlich. So kostet die neue Version des Chips, die RAD750 genannt wird, rund 200.000 Dollar pro Exemplar.

Besonders verlässlich

Die Frage, die bleibt, ist, weshalb die Nasa überhaupt einen so alten Prozessor im Einsatz hat und nicht viel eher einen neuen baut. Laut Gizmodo.com deshalb, weil diese Art von Prozessor besonders verlässlich ist. Auch das Raumschiff Orion, das im Jahr 2022 zum Mond fliegen soll, ist mit dem PowerPC 750 ausgestattet.

Nasa-Wissenschaftler Matt Lemke erklärt: «Verglichen mit den modernen Chips in deinem Computer ist er viel langsamer. Wahrscheinlich wäre er ungefähr gleich schnell wie ein Smartphone. Aber es geht in diesem Fall nicht um Geschwindigkeit, sondern um Robustheit, da alles funktionieren muss.» Tatsächlich sind momentan rund 100 solcher Prozessoren in Satelliten im Einsatz, die die Erde umkreisen. Bisher ist noch keiner ausgefallen.

(L'essentiel/Dominique Zeier)

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