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David Beckham wird Botschafter für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar. (Bild: DPA/Adam Davy)

Dienstag, 26. Oktober 2021 07:27

«Er hat seine Seele verkauft»

Katar kauft sich Beckham als Botschafter

Der ehemalige Fußballstar David Beckham soll mit Katar einen Vertrag über zehn Jahre abgeschlossen haben. In England wird er dafür stark kritisiert.

Die Weltmeisterschaft in Katar im kommenden Jahr ist seit der Vergabe höchst umstritten. Aufgrund der hohen Hitze im Sommer wurde die WM in den Winter verschoben und es wird von Menschenrechtsverletzungen sowie über 6500 toten Gastarbeitern auf den Stadion-Baustellen berichtet. Um das Image der Weltmeisterschaft und des Emirats etwas aufzupolieren, hat Katar nun den ehemaligen englischen Fußball-Superstar David Beckham als Botschafter engagiert. Im November wird der 46-Jährige laut der «Sun» offiziell als Werbegesicht für die WM in Katar vorgestellt werden. Für den zehnjährigen Botschaftervertrag soll Beckham rund 19 Millionen Euro pro Jahr kassieren – total also 190 Millionen Euro.

Wie die englische Boulevardzeitung berichtet, sei David Beckham im Oktober in Doha, der Hauptstadt Katars, zu Besuch gewesen und hat sich ein Bild vor Ort gemacht. Auch seine Frau Victoria Beckham, Ex-Spice-Girl und Modedesignerin, soll ihren Mann zum Engagement motiviert haben. «David glaubt an Katars Engagement für den Fortschritt und daran, dass die erste WM in der arabischen Welt bedeutende sowie positive Veränderungen bewirken kann», sagt ein Insider gegenüber der «Sun». Die Kataris hätten ihm zudem versichert, dass die Fans an der WM sicher sein werden und auch Regenbogen-Flaggen in den Stadien gezeigt werden dürfen. Dies, obwohl Homosexualität in Katar kriminalisiert und bestraft wird.

Heftige Kritik von Fußballfans und Amnesty International

Das Bekanntwerden des Katar-Deals stößt bei vielen auf Unverständnis, wie sich David Beckham trotz der schwierigen Menschenrechtslage in Katar für diese Weltmeisterschaft einsetzen kann. Zusätzlich hat auch Amnesty International UK den Druck auf den Fußballer erhöht.

Gegenüber dem «Athletic» meint Sacha Deshmukh, der englische Chef der Menschenrechtsorganisation: «Beckham soll sich über die zutiefst besorgniserregende Menschenrechtslage in Katar informieren und bereit sein, sich dazu zu äußern.» Auch weist Deshmukh konkret auf die menschenunwürdige Situation dieser Arbeiter hin: «Katars Fehlbehandlung von migrierten Arbeitern, den Menschen die hart arbeiten um die Weltmeisterschaft möglich zu machen, ist besonders verstörend.»

Nicht nur Amnesty ist von Beckham enttäuscht. Auch die Fans sind es Auf Twitter lassen sie ihren Unmut raus. Ein User schreibt: «Ich dachte immer, dass David Beckham ein wirklich anständiger Kerl ist, aber er hat hier seine Seele verkauft.» Ein weiterer Twitter-User meint: «Es ist doch ein Interessenkonflikt, das Gesicht der WM in Katar und ein Botschafter von Unicef zu sein.» Außerdem wird auch über die Geldmenge heiß diskutiert: «Ich schätze, Ihre Prinzipien gehen aus dem Fenster, wenn es um riesige Geldbeträge geht.»

Beckham, welcher 69 Millionen Instagram-Followerinnen und -Follower hat und einer der reichsten Fußballer der Welt ist, war ungewöhnlich zurückhaltend und postete keine Bilder von der Reise in die katarische Hauptstadt Doha. Zum Millionen-Deal mit Katar hat sich Beckham bisher ebenfalls nicht geäußert.


(L'essentiel/Anamaria Peyer)

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