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«Wir müssen die richtigen Maßnahmen ergreifen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Wirtschaft offen bleibt und es nicht zu einem allgemeinen Lockdown kommt», so Olinger. (Bild: Editpress)

Montag, 29. November 2021 07:59

Wirtschaft in der Pandemie

«Die Situation ist sehr ernst, das ist kein Spiel»

LUXEMBURG – Jean-Paul Olinger, Direktor der Union des entreprises luxembourgeoises (UEL), spricht über die Corona-Lage und die Maßnahmen, die in den Unternehmen ergriffen wurden.

«L'essentiel»: Welche Art von Entscheidungen der Regierung erwartet die UEL am Montag in Bezug auf die Unternehmen?

UEL-Direktor Jean-Paul Olinger: Wie bereits in der Presse berichtet, haben wir am Montag ein Treffen mit der Regierung. Wir müssen angesichts der steigenden Fallzahlen Verantwortung zeigen und Lösungen finden. Und wenn 80 Prozent der Bevölkerung eine Anpassung der Regeln wünschen... Die Lage ist sehr ernst. Wir reden hier von Menschenleben, das ist kein Spiel. Noch weniger ist es der Moment für ein Machtspiel. Wir sind keine Insel, auch wenn unsere Zahlen bislang nicht so hoch sind wie in anderen Ländern.

Welche Prioritäten haben Sie in diesem Zusammenhang für Unternehmen?

Wir müssen die richtigen Maßnahmen ergreifen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Wirtschaft offen bleibt und es nicht zu einem allgemeinen Lockdown kommt. Auf dieser Grundlage sind wir bereit, Vorschläge zu unterstützen, die es ermöglichen, Betriebsschließungen zu vermeiden und den Winter ohne größere Schäden zu überstehen. Es ist wichtig, einen Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften zu machen, damit ein Anreiz für Impfungen bleibt.

Verurteilen Sie die Haltung der Gewerkschaften zum CovidCheck?

Die Interessen von Unternehmen und Arbeitnehmern sollten in Einklang gebracht werden, aber die Priorität der Gewerkschaften war es, gegen den CovidCheck vorzugehen, indem sie sich mehr auf eine kleine Minderheit fokussiert haben. Man muss auch sehen, was die große Mehrheit davon hält. Bisher ist mir nicht bekannt, dass jemand wegen des CovidChecks seinen Arbeitsplatz verloren hat. Der Fall in der Robert Schuman-Klinik scheint sehr spezifisch zu sein. Eine begrenzte Anzahl von Fällen liegt dem Gericht vor.

Warum haben sich so wenige Unternehmen für den CovidCheck entschieden?

Viele haben es für bestimmte Bereiche, Sitzungen, Schulungen, Veranstaltungen getan... Um es vollständig umzusetzen, haben nicht wenige Unternehmen aufgrund einer gewissen Unsicherheit und der Positionierung der Gewerkschaften darauf verzichtet. Aber weder die Unternehmen noch die Arbeitnehmer hatten ein Interesse daran, dass dadurch die Zahl der Beschäftigten sinkt. Die Unternehmen brauchen ihre Beschäftigten am Arbeitsplatz. Für einige bedeutete dies zusätzliche Kosten. Die Regelung wurde sehr schnell kritisiert, wobei vergessen wurde, dass es sich nicht um eine Pflicht, sondern um eine zusätzliche Maßnahme handelte.

Wie sehen Sie die Telearbeit?

Sie ist nicht die Lösung für alles. Es kann in Bezug auf eine akute Situation eine Ergänzung zu anderen Maßnahmen sein. Aber ein Unternehmen kann sich nicht langfristig über Telearbeit organisieren. Es ist wie bei einem Paar, das nicht zu 100 Prozent als Fernbeziehung existieren kann. Wenn Telearbeit am Arbeitsplatz eingeführt wird, um die Kontakte einzuschränken, dann muss man auch die Kontakte im Privaten einschränken und darf sie außerhalb nicht vermehren.

(nm/L'essentiel)

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