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Mittwoch, 03. März 2021 18:01

Ann Hebert

Nike-Chefin tritt nach 25 Jahren zurück

Ann Heberts Sohn nutzte ihre Kreditkarte, um massenweise Sneakers zu horten und wieder zu verkaufen. Als das bekannt wird, gibt die Top-Managerin ihren Posten plötzlich auf.

Die Top-Managerin Ann Hebert tritt nach 25 Jahren bei Nike zurück. Die bisherige nordamerikanische Vize-Chefin hat sich entschieden, per sofort zu gehen, wie das Unternehmen mitteilt. Grund könnte sein, dass ihr 19-jähriger Sohn Joe ihre Kreditkarte für Sneaker-Wiederverkäufe genutzt hat.

Ende Februar erschien ein Bericht bei «Bloomberg», in dem Heberts Sohn erzählt, wie er massenweise limitierte Sneakers kauft und mit Profit wieder abstößt. Aus Unterlagen sei ersichtlich, dass für die teils hunderttausende Dollar schweren Einkäufe die Kreditkarte von Ann Hebert verwendet wurde.

Joe Hebert, der unter dem Firmennamen West Coast Streetwear sein Resale-Business betreibt, ist nicht zurückhaltend, wenn es um die Schuh-Deals geht. Auf Instagram zeigt er seine Ausbeute von limitierten Sneaker-Sales: Hunderte Schuhschachteln – Sammler träumen nur schon von einem einzigen Paar.

Der 19-Jährige kauft beim Release von neuen Sammelstücken jeweils so viele Exemplare wie möglich. Dazu organisiert er sich mit Kollegen auf Discord. Um die Beschränkung, dass eine Person nur ein Paar kaufen kann, zu umgehen, setzt er im Onlinehandel Bots ein.

So soll der Jungunternehmer 600 Paare der neusten Yeezy-Edition ergattert haben. Das kostete ihn – beziehungsweise eben seine Mutter – zwar 132.000 Dollar. Laut dem Bericht konnte er die Schuhe aber praktisch sofort zum Aufpreis weiterverkaufen und machte einen Gewinn von 20’000 Dollar.

Dass Heberts Sohn im Resale-Geschäft tätig ist, war Nike bereits bekannt. Die Managerin hatte diese Informationen gegenüber der Firma bereits 2018 offengelegt. Damals habe man keine Interessenskonflikte festgestellt, schreibt «Bloomberg».

Ob Nike auch wusste, dass die Top-Managerin Inhaberin der Kreditkarte ist, mit der der Reseller seine Geschäfte tätigt, ist allerdings unklar. Manche Medien stellen zudem infrage, ob der Jungunternehmer dank seiner Mutter Insider-Informationen für seine Geschäfte hatte. Der Abgang Heberts kommt zumindest überraschend und bevor eine Nachfolgerin bekanntgegeben wurde. Die Managerin hatte den Posten als Vizepräsidentin noch nicht einmal ein Jahr inne.

Seit der Berichterstattung ist der Onlineshop von Joe Hebert nicht mehr erreichbar. Auf Instagram erntet der Unternehmer nun Kritik: «Es ist so daneben, was du deiner eigenen Mutter angetan hast», schreibt ein Nutzer. «Alles was du hast, hat dir deine Mami bezahlt», sagt ein anderer. Und ein dritter findet: «Ich hoffe, deine Mutter gibt dir mächtig Prügel.»

(L'essentiel/Raphael Knecht)

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